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Sind Esport-Wetten legal? Der Status-Quo in Deutschland
10.04.2021 13:00 TheHotz

Sind Wetten auf Esport-Titel in Deutschland legal, oder doch nicht? Wie die aktuellen Regelungen aussehen und wie sie sich bald verändern.

Im Oktober 2020 kam es in Deutschland überraschend zu einer Einigung im Streit um die Legalisierung von Online-Glücksspiel in Deutschland. Denn bis zu der Einigung gab es für Online-Anbieter keine Möglichkeit mittels Lizenzen ein legales Glücksspiel in ganz Deutschland anzubieten. Seiten, die also Glücksspiel im Internet in Deutschland anboten handelten ohne Lizenz, also illegal.

Aufgrund dieses unregulierten Schwarzmarktes wurde ein neuer Glücksspielstaatsvertrag ausgesetzt, der am Juli 2021 in Kraft treten wird. Momentan wird der neue Vertrag noch von allen Bundesländer ratifiziert damit er dann bundesweit gelten kann. Da die Anbieter stets vom Ausland aus agierten, war eine Bekämpfung dieses Schwarzmarktes bislang schwierig bis unmöglich. Mit dem neuen Vertrag soll sich das künftig ändern.

Nachdem klar war, dass ab Juli 2021 ein neuer Glücksspielstaatsvertrag umgesetzt werden soll, baten die Online-Anbieter um eine Übergangslösung. Mit dieser Übergangslösung wollte man schon vorher aus der Illegalität aussteigen und klare Verhältnisse schaffen. Somit konnten sich Anbieter schon vor Inkrafttreten der neuen Regelungen eine zumindest vorübergehende Lizenz sichern. Gleichzeitig war die Übergangszeit für den Gesetzgeber eine Gelegenheit zu schauen ob die Anbieter die neuen Regeln umsetzten und inwiefern man bei Regelverstoß handeln kann.

Ist Esport als Sport zu werten?

Mit dem neuen Vertrag können Anbieter eine Lizenz beantragen und somit ihr Online-Angebot legalisieren lassen. Der im Sommer 2021 in Kraft tretende GlüStV hat zwar eine klarere Definition was ein Sportereignis ist, nämlich ein Wettkampf zwischen Menschen nach definierten Regeln. Eine Klarstellung ob Esport nun als Sport gesehen werden soll und somit Esport-Wetten legal sein könnten enthält die neue Fassung allerdings auch nicht. Somit bleibt es auch mit dem neuen Staatsvertrag dabei, dass die in Darmstadt sitzende Behörde die Entscheidung trifft ob Esport nun als Sport einzustufen ist.

Im Vertrag heißt es: “Der Staatsvertrag enthält deshalb auch beispielsweise weder ein generelles Verbot noch eine ausdrückliche Erlaubnis für Wetten auf „verfahrens für Wetten nach § 21 Absatz 5 zu prüfen, ob es sich bei dem jeweils zu bewettenden Ereignis um Sport handelt, wobei die Behörde sich hierbei fachlich von einem Sportbeirat beraten lassen kann und betroffene Verbände  angehört werden können.”

Aktuell bedient sich das Regierungspräsidium in Darmstadt der Liste an Sportarten des Deutschen Olympischen Sportbundes, der Esport nicht als Sport anerkennt. Solang diese Liste also gilt, dürfen in Deutschland zugelassene Wettanbieter  keine Sportwetten auf Esport anbieten.

Wie hart werden die Regeln durchgesetzt?

Fraglich ist wie hart man die Regelungen rund um Esport-Wetten durchsetzen will.  Denn von 28 Anbietern, die bereits eine Konzession für Online-Sportwetten erhalten haben, bieten drei Seiten Esport-Wetten an. Viele Seiten, die früher Esport im Angebot hatten, sind hingegen noch nicht wieder eingestiegen.

Wir haben beim Regierungspräsidium in Darmstadt bezüglich der drei Webseiten angefragt, aber haben bislang noch keine Antwort bekommen. Eine dieser drei Seiten ist auch der Sponsor des Peppersauce-Cup, NEO.bet.

Stellungnahme des Verbands der deutschen Games-Branche

Der game e.V., der Verband der deutschen Games-Branche hat auf den Enwurf zum neuen Glücksspielstaatsvertrag bereits im Januar 2020 mit einem deutlich Statement geantwortet. Dort erklärt man, dass man gegen eine pauschale Gleichstellung von Sport und Esport im Staatsvertrag sei. Als Grund nennt man “Online Wettangebote auf Esport-Ereignisse und sonstige Aktivitäten im Esport-Wetten-Bereich werden von den Publishern durch AGB gegenüber den Spielern und ansonsten im Rahmen des Lizenzvertrags teils explizit ausgeschlossen.”

Foto: ESL / Bart Oerbekke

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