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Kommentar: Das Seeding der zweiten 99Liga-Division ist falsch
11.08.2021 08:00 TheHotz

Durch ein fehlerhaftes Seeding ist es einmal mehr zu ungleichen Gruppen in der zweiten 99Liga-Division gekommen. Ein Kommentar von TheHotz.

Am Dienstagabend wurden die Gruppen der zweiten 99Liga-Division ausgelost. Einmal mehr gibt es diese Saison mit der Division 2.2 eine Gruppe, die mit mehr starken Teams gespickt ist als ihr Gegenpart. Eine solche Verteilung, haben wir auch in der vergangenen 17. Saison gesehen. Da war es die Division 2.1, in der im Durchschnitt bessere Teams spielten.

Seeding ja, aber bitte richtig

Grund für das ungleiche Verhältnis zwischen den beiden Gruppen ist die Art und Weise wie die 99Liga das Seeding der Teams ermittelt. Denn auf Basis dieses Rankings landen die Teams in den Lostöpfen und werden schließlich auf die beiden Gruppen verteilt. So ist ein Seeding zwar grundsätzlich sinnvoll und wichtig, der Ansatz der 99Liga allerdings mangelhaft. Denn in der 99Liga bestimmt das Endergebnis der vergangenen Saison über das Seeding, wobei lediglich auf den Liga-Account geschaut wird, nicht auf die Spieler.

So waren beispielsweise Entropy Gaming und Activat3D Esports im Lostopf der Absteiger, also der potentiell besten Teams der zweiten Division. Zwar erreichte Activated das Finale der Relegation zur ersten Division und ist somit der logische Nachfolger auf BIG. OMEN Academy, durch insgesamt drei Neuzugänge ist das Team allerdings ein komplett anderes und laut Meinung vieler Spieler nicht mehr so stark wie es cowana Academy in der vergangenen Saison war.

Ein weiteres gutes Beispiel dafür wie fehlerhaft das Seeding basierend auf den Ergebnissen der vergangenen Saison ist, ist Recast Gaming. Recast hat den Slot von Troublemaker übernommen, das ebenfalls Relegation spielte. Doch Recast tritt allein mit drei Spielern an, die keine bis kaum Erfahrung in der zweiten Division haben. Mit den Seeding vom Relegationsteam Troublemaker in die Gruppenauslosung zu gehen ist weder für Recast sinnvoll, noch für 99Damage das eine spannende Liga möchte.

Teams spielen nicht nur 99Liga

Dabei ist die Idee alle Teams vor der Auslosung in ein Seeding zu stecken wichtig, um einen guten und ausgeglichenen Wettbewerb zu sorgen. Doch die Art und Weise wie die 99Liga ihre Teams einstuft ist grundverkehrt, denn sie spiegelt die Teams wieder ohne Wechsel und Ergebnisse in anderen Ligen und Turnieren zu berücksichtigen.

Beispielsweise spielen fast alle Teams der zweiten Division auch in den ESEA Ligen. So hat ein Wooky eSports, das zuletzt den Aufstieg in die Intermediate schaffte das gleiche Seeding wie ex-V4 (Butterbirnen), die den Aufstieg in die ESEA Main geschafft haben.

Für ein repräsentatives Seedings müssen auch die Ergebnisse aus anderen Ligen berücksichtigt werden, sowie geschaut werden wie sehr sich das Roster während der Off-Season verändert hat. Nur dann kann das Ranking tatsächlich widerspiegeln welche Teams wirklich gut sind.

Die Alternative: Player-Selected Seeding

Statt also das Seeding davon abzuleiten auf welchem Platz der Liga-Account die vergangene Saison abgeschlossen hat braucht die 99Liga künftig andere Methoden. Und was, wenn nicht die Befragung der Spieler der zweiten Division könnte dafür sinnvoller sein.

Bereits beim IEM Katowice Major 2019 konnten alle Teams zu Beginn der New Challengers Stage ihr eigenes Ranking ihrer Konkurrenten abgeben. Alle Seedings wurden daraufhin zusammenaddiert und daraus das finale Seeding für die erste Runde zu kreieren.

Genau dieses Verfahren könnte dazu beitragen, dass die Teams in der zweiten 99Liga-Division künftig sinnvollere Seedings erhalten und dadurch eben auch ausgeglichenere Gruppen entstehen.

Ein besseres Seeding ist dabei nicht nur im Interesse der Teams und Spieler, sondern sollte auch im Interesse der 99Liga sowie sämtlicher Zuschauer sein. Statt eine sehr starke und eine schwächere Gruppe zu haben würde ein sinnvolleres Seeding für einen spannenderen Wettbewerb sorgen.

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